Hitze im Sommer in der Wohnung: Was ist zu beachten?

Mietminderungen durch überhitzte Wohnräume?

Der Sommer bringt Hitze mit sich und heizt damit auch die Temperaturen im Wohnbereich auf. In der Wohnung kann es dann schon einmal über 30 Grad heiß werden.

Das kann nicht nur unangenehm werden, sondern zu rechtlichen Konsequenzen führen. Besser ist es deshalb, Vorsorge zu treffen und frühzeitig die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.

Hitze im Wohnraum ist nicht grundsätzlich ein Mietmangel

Temperaturanstiege in Wohnungen sind zunächst kein Mangel und gehören zum Sommer mit dazu. Das trifft auch auf Dachgeschosswohnungen zu, die besonders stark von Hitze betroffen sind. Mieter müssen die Hitze zunächst hinnehmen, können aber selbst einiges dafür tun, dass sich die Temperaturen in Grenzen halten. Dazu zählt beispielsweise das regelmäßige Lüften am kühlen Morgen und Abend. Das Querlüften gilt als besonders effizient. Dabei werden die Fenster mehrerer Räume zur gleichen Zeit vollständig aufgesperrt. Diese Vorgehensweise ermöglicht einen besonders guten Luftaustausch. Tagsüber ist es bei starker Sonneneinstrahlung ratsam, die Fenster geschlossen zu halten und eventuell vorhandene Rollläden oder Jalousien herunterzulassen. Diese Maßnahmen können die Sonneneinstrahlung reduzieren und einen übermäßigen Temperaturanstieg verhindern.

Mietminderungen durch überhitzte Wohnräume

Ist ein Anstieg der Temperaturen aufgrund der technischen Voraussetzungen des Wohnraums nicht möglich, kann das für den Vermieter finanzielle Auswirkungen haben. In einigen Fällen haben die Gerichte sogar entschieden, dass dies unter bestimmten Voraussetzungen einen Grund für eine außerordentliche Kündigung oder Ersatzansprüche auslösen kann. Mitunter besteht die Möglichkeit der Mietminderung. Zwar sind sich die Gerichte in dieser Beziehung uneinig, wodurch keine klare Rechtsprechung herrscht, jedoch sollten die Temperaturen ein gewisses Maß nicht überschreiten. Eine Mietminderung von 20 Prozent wurde beispielsweise einem Mieter zugesprochen, bei dem sich der Wohnraum auf 30 Grad erhitzte. Andere Gerichte wie das Amtsgericht Hamburg gehen noch weiter und sehen bereits einen Grund zur Mietminderung, wenn sich der Wohnraum im Sommer über 26 Grad aufheizt.

In Dachgeschosswohnungen sieht das häufig anders aus, dort müssen höhere Temperaturen hingenommen werden. Doch bei heißen 40 Grad und mehr besteht auch dort Handlungsbedarf. Insbesondere wenn normales Wohnen nicht mehr möglich ist wie in einem verhandelten Fall vor dem Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin. Bei dem betreffenden Mieter hatte sich der Wohnraum in der Dachgeschosswohnung auf 46 Grad erhitzt und der Unterschied zwischen der Innen- und Außentemperatur lag bei 19 Grad. Dadurch schmolzen sogar die Kerzen und es traten gesundheitliche Probleme auf.

Maßnahmen zum Schutz vor Hitze in der Wohnung

Vermietern ist natürlich auch daran gelegen, dass sich Mieter in ihrem Wohnraum wohlfühlen. Das betrifft auch die Sommerzeit. Um Komplikationen und Ärger im Verhältnis zu den Mietern und damit etwaigen Mietausfällen aus dem Weg zu gehen, kann es deshalb hilfreich sein, frühzeitig Vorkehrungen zu treffen. Als hilfreich können sich beispielsweise folgende Maßnahmen erweisen:

  • Das Anbringen von Rollläden oder Jalousien als Hitzeschutz. Automatisiert gesteuerte Rollläden erhöhen den Hitzeschutz.
  • Markisen vor den Fenstern zum Schutz vor Sonneneinstrahlung.
  • Die Installation einer Klimaanlage, beispielsweise ein fest eingebautes Splitgerät mit Kompressor an der Außenwand oder eine umschaltbare Wärmepumpe mit Kühleffekt.
  • Fenster mit Dreichfach-Verglasung halten Hitze besser stand als einfach verglaste Varianten.
  • Eine gute Dämmung hält die Hitze ab. Insbesondere eine gute Dampfbremse oder Dampfsperre sorgen dafür, dass Hitze nicht ungehindert durch Ritzen und Fugen dringen kann.

Der Mieter hat jedoch kein Recht auf eine bestimmte Hitzeschutzmaßnahme. Es liegt somit im Ermessen des Eigentümers, welche Maßnahmen er ergreift, um die Temperaturen für den Mieter im Sommer möglichst erträglich zu gestalten. Allerdings müssen diese Maßnahmen fachgerecht vorgenommen werden. Das Anbringen einer kostengünstigen Wärmeschutzfolie kann die Wärmebelastung reduzieren, dies führt jedoch zu einem verminderten Lichteinfall. Damit handelt es sich nicht um eine langfristig gute Lösung, denn der Mieter hat ebenso Anspruch darauf, dass ausreichend Tageslicht in den Wohnraum eindringen kann. Insbesondere nach der Sommerzeit könnte dies zu Problemen führen. Die Wahl der Wärmeschutzmaßnahmen hängt sicherlich auch von der Qualität des Wohnraumes ab und sollte diesem angepasst sein.

Mieter müssen Hitzeschutzmaßnahmen nutzen

Unabhängig von den gewählten technischen Hitzeschutzmaßnahmen ist es wichtig, dass Mieter die gegebenen Möglichkeiten auch tatsächlich nutzen. Dazu zählt das Lüften genauso, wie die Nutzung vorhandener Sonnenschutztechnik, beispielsweise der Rollläden. Sind diese vorhanden, sollten sie auch zum Schutz vor Sonneneinstrahlung eingesetzt werden. Lüftet der Mieter beispielsweise in der heißen Mittagszeit den Wohnraum oder lässt er die Jalousien trotz Sonneneinstrahlung nicht herunter, kann er keine Maßnahmen ergreifen und muss mit den überhöhten Temperaturen leben. Eine Mietminderung kann in diesen Fällen nicht durchgesetzt werden.

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