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„Der Haus-Kümmerer“

Pressemitteilung Kölner Stadtanzeiger – 16.03.2014

Ein Hausverwalter nimmt den Eigentümern oft viel Arbeit ab. Dennoch gilt es, seine Qualifikationen und die Rechtslage zu prüfen. VON HERZS KRYMALOWSKI

„Die Wahl eines professionellen Liegenschaftsbetreuers ist jedoch nicht einfach, denn der Beruf ist weder geschützt, noch muss eine Qualifikation nachgewiesen werden, Dabei betreuen die Verwalter Milliardenbeträge in Form von Instandhaltungsrücklagen: In Deutschland gibt es über zwölf Millionen Eigentumswohnungen, von denen die meisten von Verwaltern betreut werden. Im Schnitt überweist jedes Mitglied einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) monatlich 150 Euro Hausgeld auf ein Konto, das der Verwalter betreut. In der Summe macht dies 21,6 Milliarden Euro an verwaltetem Vermögen.

Hinzu kommen die finanziellen Rücklagen, die im Laufe der Jahre angespart wurden. 2011 gab es alleine in Bonn, Essen und Wuppertal große Fälle, bei denen Verwalter das Geld ihrer Eigentümer veruntreut und Rücklagengelder für eigene Zwecke missbraucht haben. Um sich vor solchen Ausfällen zu schützen, können Eigentümer festlegen, dass bei Geldabhebungen oder Überweisungen ein Beiratsmitglied mit unterzeichnen muss.

In den Beirat werden Eigentümer gewählt, die die Interessen der WEG vertreten, aber auch als Kontrollgremium des Verwalters fungieren.

Ein Auswahlkriterium für die Verwaltersuche sollte ferner sein, dass der Dienstleister seinen Job hauptberuflich betreibt und eine Vermögensschadenshaftpflicht- sowie eine Vertrauensschadenversicherung abgeschlossen hat. Diese Assekuranzen sichern Fälle ab, in denen er oder ein Mitarbeiter fahrlässig oder vorsätzlich Kontovollmachten missbraucht. Verwalter, die in Berufsverbänden, wie dem Verband der Immobilienverwalter oder dem Immobilienverband Deutschland angehören, müssen diesen Versicherungsschutz nachweisen.

Den Wohnungseigentümern wird grundsätzlich geraten, bei der Wahl ihres Verwalters vor allem auf seine Qualifikation zu achten und zu überprüfen, ob er regelmäßig Weiterbildungen besucht. Um erfolgreich arbeiten zu können, müssen Verwalter nämlich die aktuelle Rechtslage kennen. Fast quartalsweise ändern sich gesetzliche und rechtliche Rahmenbedingungen, die sie in ihrer Arbeit berücksichtigen müssen.

Diese Informationen kann man mit wenigen Klicks auf der Internetseite der Verwalterfirma Recherchieren. Eine Anfrage bei einer Wirtschaftsauskunft wie Creditreform oder Bürgel, klärt über die Umsätze der Verwalterfirma und ihre Bonität auf. Die Creditreform Rating AG vergibt an Verwalterfirmen, die eine ausgezeichnete Bonität haben, das Zertifikat „CrefoZert“.

Hierfür werden die Jahresabschlüsse der Verwalterfirma analysiert, zudem fließen Analysedaten zu ihrer Zukunftsfähigkeit ein. Wohnungskäufer, die keine Neubauimmobilie mit einer zu gründenden WEG, sondern vier Wände in einer bestehenden WEG erwerben, sollten Einsicht in den Verwaltervertrag nehmen, den die Eigentümer mit ihrem Dienstleister abgeschlossen haben. Ferner sollten sie sich mit den Wohnungsbesitzern über die Zufriedenheit mit ihrem Immobilienbetreuer austauschen.

Hilfreich ist auch ein Blick in die zurückliegenden Protokolle der Eigentümerversammlungen. Daraus ist die allgemeine Stimmung innerhalb der WEG ersichtlich, ob es häufig Streitpunkte gibt oder zumeist einvernehmlich abgestimmt wird. Ferner ist ersichtlich, ob in den nächsten Monaten größere Reparaturmaßnahmen am Gemeinschaftseigentum geplant sind, wie eine Dachsanierung. Wird nämlich hierfür eine Sonderumlage vereinbart, muss der neue Eigentümer diesen Betrag bezahlen.“